COBRA
Auch Cobra setzt mit seiner neuen Reihe auf mehr Konfigurationsmöglichkeiten als ein Lego-Set. Den OPTM gibt es in gleich vier Varianten: als LS mit dem niedrigsten Spin für Schnellschwinger, als Max-K, der sich durch den höchsten MOI und hohen Launch bei mittlerem Spin für die meisten Golfer eignet, als Max-D für alle, die sich mehr Draw in der Flugkurve wünschen, sowie als X, der sich mit seinem Tour-Profil ideal eignet, um Bälle zu shapen. Vor allem aber setzt Cobra erneut auf sein revolutionäres FutureFit33-Hosel-System, mit dem sich Loft und Lie unabhängig voneinander in 33 verschiedenen Einstellungen kombinieren lassen. Der neueste Coup von Cobra ist jedoch eine Wortschöpfung, die das Zauberwort der Driver-Industrie angreift. Mit POI (Products of Inertia) wird das Allheilmittel MOI hinterfragt. "POI ist die nächste Grenze in Bezug auf die Gesamtgenauigkeit", behauptet der VP of Product Architecture Jose Miraflor. Eine KI-optimierte Formgebung der OPTM-Modelle soll den Gear-Effekt, das diagonale Verdrehen des Schlägers im Treffmoment, reduzieren und dadurch den Ball auf eine geradere Flugbahn schicken, während die seit Jahren etablierte HOT-Face-Technologie die Ballgeschwindigkeit optimiert, weshalb sich Cobra zu einem Warnhinweis veranlasst sieht: "Enthält gefährliche Stabilitätswerte. Kann zu unfassbar geringer Streuung führen." Zu weiteren Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Fitter.

TAYLORMADE
Fitting ist das Zauberwort für TaylorMade, die mit ihren Qi4D-Drivern einen komplett neuen Ansatz für ihren namensgebenden Quest for Inertia verfolgen. Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf den Schäften. In den letzten 20 Jahren haben die Kalifornier mehr als elf Millionen Schläge analysiert, daraus verschiedene Schwungprofile erstellt und dazu passende Schäfte entwickelt. Diese perfekt angepassten Reax-Schäfte unterstützen einen konstanteren Schwung, sorgen für ein zuverlässigeres Trefferbild sowie mehr Geschwindigkeit. Als Hilfe bei der Weitenjagd dient auch die neue Konstruktion der Qi4D-Driver. Zum ersten Mal verzichtet TaylorMade auf den Einsatz von Titan und setzt auf eine leichtere Aluminium-Konstruktion. Das gewonnene Gewicht kann genutzt werden, um besser im Schläger verteilt zu werden und so für zusätzliche Fehlertoleranz zu sorgen. Unterstützend wirkt dabei erneut das bereits bekannte Trajectory Adjustment System (TAS) mit austauschbaren Gewichten im Schlägerkopf. Je nach Modell stehen dabei verschiedene zur Verfügung. Der auf maximale Geschwindigkeit ausgerichtete Max Lite benutzt nur ein Gewicht, der besonders fehlertolerante Qi4D Max und der auf wenig Spin abzielende Qi4D LS haben zwei TAS-Gewichte und der auf die Mehrheit der Golfer abzielende Qi4D hat auf der Sohle sogar gleich vier Gewichte verteilt.


PXG
Auch bei PXG lebt man den 90-60-90- Traum von der perfekten Gewichtsverteilung. Den Schlüssel bildet dabei das Precision Weighting System: An drei Stellschrauben (Heel, Toe, Back) lässt sich die gewünschte Flugbahn des Balls mit verschieden schweren Gewichten beeinflussen. Mehr Gewicht an der Ferse fördert den Draw, an der Spitze lässt sich damit die Fade-Neigung erhöhen und ein Plus an Rückgewicht unterstützt eine höhere Flugkurve. Die Tour Models haben zusätzlich noch ein Gewicht im vorderen Teil, um den gegenteiligen Effekt zu erreichen: weniger Spin und eine flachere Flugkurve. Damit dabei keine Kräfte verloren gehen, sorgen eine neu konzipierte Schlagfläche und das Sohlen-Design in Form eines Rückgrats für eine effizientere Energieübertragung auf den Ball. Nicht umsonst ist ein Blitzschlag Namensgeber der 2026er-Modelle, die in drei Versionen auf den Markt kommen: als Tour-Modell, als Max 10K für optimale Fehlertoleranz und einen höheren Ballflug sowie als Tour Mid für alle, die sich zwischen diesen beiden Extremen positionieren.
Während PXG den High-End-Markt für sportlich ambitionierte Schnellschwinger abdeckt, sprechen die Premium-Kollegen von XXIO gezielt das andere Extrem an. Der XXIO 14 richtet sich an Golfer mit geringen Schwunggeschwindigkeiten. In den vergangenen Jahren haben die XXIO-Updates eher denen des iPhones geglichen. Sie waren kosmetisch und technisch so marginal, dass ein Austausch nicht zwingend war. Die XXIO 14 ändern dies. Es beginnt beim Material. Die erstmals in einem Schläger verbaute VR-Titanlegierung ist leichter und zugleich widerstandsfähiger. Eine neue Rahmenkonstruktion sorgt zusätzlich dafür, dass die Fläche auf der Schlagfläche, die einen Abprallwert von 0,8 übertrifft (der laut Regelwert erlaubte Maximalwert ist 0,82), mehr als verdoppelt wurde. Und um die Nische zu verlassen, wird mit dem XXIO 14+ ein Schläger auf den Markt gebracht, der sich an Spieler mit Schlägerkopfgeschwindigkeiten zwischen 90 und 100 Meilen pro Stunde wendet.

Mizuno
Bei Mizuno müssen diese zum Standardmodell der JPX-One-Driver greifen. Wer noch schneller schwingt, wählt dagegen den JPX One Select für weniger Spin und maximale Steuerbarkeit. Doch auch nur ein Modell hätte in diesem Jahr gereicht, um für maximale Aufmerksamkeit zu sorgen, denn Mizuno setzt auf ein völlig neues Material, mit dem die Japaner zum Gamechanger werden wollen: Nanoalloy. Das von der Firma Toray Industries Anfang der 2000er industriell nutzbar gemachte Material ist eine Metalllegierung, die bis auf einen Milliardstelmeter kontrolliert werden kann und dadurch gleichzeitig geringeres Gewicht und eine höhere Festigkeit bekommt. 2023 setzte Mizuno das Material erstmals in Softball-Schlägern ein und löste bei College-Teams einen regelrechten Boom aus. Der Einsatz in der Schlagfläche der JPX One soll das Gleiche jetzt auch im Golfsport bewirken. Das Material sorgt dafür, dass laut Mizuno eine elf Prozent dünnere Schlagfläche verbaut werden kann. Der größte Vorteil liegt aber in einer speziellen Eigenschaft des Materials: Die Elastizität der Schlagfläche soll sich beim Aufprall dynamisch verändern, was ein wenig nach einer eleganten Umschreibung für Trampolin-Effekt klingt. Der so entstehende geringere Reibungsverlust soll dafür sorgen, dass die Schlägerkopfgeschwindigkeit in höhere Ballgeschwindigkeit und mehr Länge umgemünzt werden kann. Ob das reicht, um 2026 den Driver-Markt zu dominieren, wird sich zeigen. Den Kampf um das heißeste Buzzwort des Jahres hat Mizuno aber auf jeden Fall schon für sich entschieden.
INTERVIEW JOHN FREEMAN
R&D INGENIEUR MIZUNO GOLFWas hat euer neuer Driver der Saison in Sachen Technologie zu bieten?
Der JPX One verfügt über eine komplett neue Schlagflächentechnologie. Besser gesagt: Wir verwenden ein Material, das noch nie im Golfsport zum Einsatz gekommen ist. Mizuno ist in vielen Sportarten aktiv und daher konnten wir mit Kollegen aus der Baseball-Abteilung zusammenarbeiten. Das sogenannte Nanoalloy, ein Polymer-Stoff, wurde bisher hauptsächlich in Baseballschlägern verwendet.
Wie lange dauert es bis zur Marktreife eines noch nie verwendeten Materials?
In Baseballschlägern kommt Nanoalloy schon länger zur Dämpfung von Vibrationen im Griff, aber auch für mehr Ballgeschwindigkeit zum Einsatz. Viel Vorarbeit war also intern bereits geleistet. In der Golf-R&D-Abteilung haben wir 2020 begonnen, mit Nanoalloy zu arbeiten, von den ersten Tests bis zur Marktreife sind also fünf bis fünfeinhalb Jahre vergangen.
Was sind die Vorteile dieser neu entwickelten Schlagfläche?
Nanoalloy erlaubt uns, die Art und Weise zu verändern, wie der Golfball mit der Schlagfläche reagiert. Wir haben Nanoalloy auf einer Titanschlagfläche aufgetragen. Nanoalloy ist weicher als Titan, die Kompression im Treffmoment findet also nicht mehr hauptsächlich im Ball, sondern nun auch in der Schlagfläche statt. Kompression bedeutet automatisch auch immer einen Verlust an Energie. Da bei einer weicheren Schlagfläche weniger Kompression im Ball notwendig ist, verlässt er die Schlagfläche anschließend mit mehr Geschwindigkeit, was wiederum mehr Länge zur Folge hat.
Wie sieht der Vergleich zwischen Titan und Nanoalloy beim Gewicht aus?
Nanoalloy ist signifikant leichter als Titan. Durch die Gewichtsersparnis in der Schlagfläche konnten wir einige Gramm an anderer Stelle im Schlägerkopf positionieren, um die Spin- und Launch-Charakteristik des JPX One nach unseren Wünschen zu optimieren.
Wenn die Mizuno-Entwicklungsabteilung mit der Arbeit an einem neuen Driver beginnt, habt ihr dann eine spezielle Zielgruppe im Auge oder werden neue Modelle grundsätzlich für den Massenmarkt entworfen?
Wenn wir mit einem neuen Material arbeiten, beginnen wir meistens mit Tourspielern und Fragestellungen wie "Hilft euch dieses Material?" oder "Worin könnten die Vorteile liegen?". Da Tourspieler extrem konstant spielen, liefern sie uns die besten Daten, um herauszufinden, ob wir uns auf einem Weg befinden, den es lohnt, weiter zu erforschen. Was auf der Tour nicht funktioniert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf dem Verbrauchermarkt keinen Sinn machen. Ist eine neue Technik dann marktreif, kommen Testphasen mit Golfern aller Spielstärken hinzu, um verschiedene Schlägerköpfe für unterschiedliche Handicap-Klassen zu entwickeln.
Gibt es einen Unterschied in Sachen Feedback oder Klang zu eurem letzten Modell?
Tests mit Golfern verschiedener Handicap-Klassen haben gezeigt, dass das Feedback von einer traditionellen Titanschlagfläche nicht zu unterscheiden ist. Viele Hersteller haben in den letzten Jahren einen etwas gedämpfteren Sound angestrebt. Wir wollten mit dem JPX One einen prägnanteren, weniger unterdrückten Klang erzeugen, der klarmacht: Der Ball wird weit fliegen.



