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Buyer's Guide 2026 – Teil 2

Putter

Von Rüdiger Meyer & Jan Langenbein, Fotos: PR

SCOTTY CAMERON


Wie sehr Nostalgie ziehen kann, beweist in diesem Jahr Scotty Cameron mit neuen Modellen für die 2025 erschienene Studio-Style-Linie. Langjährige Golffans werden dabei vor allen Dingen beim Namen Santa Fe hellhörig. Bevor Cameron bei Titleist anfing, entwickelte er 1996 den Santa Fe Blade Putter. Als er dann unter das Dach des Golfball-Giganten zog, wurde daraus der nahezu identische Newport 1.5. Dazu kommen zwei Versionen des Mid-Mallet-Modells Fastback 2 in der Standard-Ausführung und als Counterbalanced-Putter. Das Hauptaugenmerk liegt bei Scotty Cameron 2026 allerdings auf der Phantom Line, deren Mallets in drei verschiedenen Formen erscheinen: 5, 7 und 9R. Sie nutzen das gleiche Carbon-Steel-Insert wie die Studio Style Line, das hier aber über die gesamte Schlagfläche gezogen ist, und sind in bis zu fünf verschiedenen Hals-Variationen erhältlich, zwei davon sogar erstmals. Der Phantom 5 ist ein Flügelputter, den es ab 24. April auch in einer Onset-Center-Variante (OC) geben wird, die einen Center-Schaft hat und laut Scotty Cameron zwar nicht Zero Torque, aber immerhin Low Torque hat. Beim nahezu identisch aussehenden Phantom 7, der etwas größer ist und zwischen den Flügeln noch eine Schwimmhaut spendiert bekommen hat, gibt es einen leicht s-förmigen Double-Bend-Schaft. Nur der schmetterlingsartige Phantom 9R kommt ohne Schaft-Innovation daher.

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COBRA


Das Äquivalent zum 9R ist bei Cobra Golf der zur 3DP-Tour-Reihe gehörende Agera. Da Cobra intensiv in 3-D-Printer investiert hat, sollen die Maschinen auch genutzt werden, und so kommen mittlerweile auch zahlreiche Putter aus dem Drucker. Neben dem Agera sind dies auch der 20 Prozent kleinere Agera RS, der im Fangzahn-Stil designte Supernova sowie der Blade-artige GrandSport 35. Der große Vorteil der Druckerbande liegt darin, dass unkonventionelle Designs möglich sind, bei denen Schwerpunkt und Moment of Inertia unabhängig voneinander verändert werden können. Einen anderen Trick haben die Cobra-Ingenieure nicht selbst entwickelt, sondern von LA Golf übernommen. Deren Descending Loft Technology setzt auf vier Ebenen auf der Schlagfläche, deren Loft sich von oben nach unten von 4° auf 1° verringert. Dies soll dazu führen, dass der Ball unabhängig vom persönlichen Angle of Attack gleichmäßig von der Schlagfläche läuft. Für alle, die Interesse an dieser Technologie haben, die 3-D-Designs aber zu wild finden, hat Cobra die konventionellere MIM-Linie (Metal Injection Molding) im Angebot: Neun verschiedene Kopfformen vom Anser-artigen Sport-40 bis zum MOI-König Camino stehen zur Auswahl und bieten in der Schlagfläche ein neues Pebax-Polymer-Insert, das die Ballgeschwindigkeit spürbar erhöht.

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VICE GOLF


Bei Vice Golf verzichtet man auch weiterhin auf ein klassisches Insert, wobei die neue Putter-Linie darauf hinarbeitet. Die bisherigen Putter hatten eine komplette, gefräste Schlagfläche, deren Linien ein großes V bildeten. Bei den VGP03 und VGP04 wird die Schlagfläche nun von einer farblich abgehobenen Rille eingerahmt, in deren Mitte die in zwei Richtungen gefräste Schlagfläche ein deutlich subtileres V bildet. Der größte Fokus ist bei Vice in diesem Jahr jedoch auf zwei andere Buchstaben gerichtet: Z und T. Zwar gibt es mit dem VGP03 auch weiterhin einen Blade-Putter im Angebot, zum ersten Mal erscheint dieser aber zusätzlich als Zero-Twist-Option, wie Vice die Verdrehresistenz nennt. Der VGP03ZT ist ebenfalls ein Heel Shafted Putter, in der Ansprechposition wirkt er aber wie ein Center-Schaft, weil er erst kurz vor Ende einen scharfen Bogen macht. Zudem sind das Gewicht und seine Verteilung so positioniert, dass sie eine gerade Bewegung unterstützen. Der Flügelputter VGP04 arbeitet dagegen mit einem reinrassigen Center-Schaft und dürfte zum Lieblingsmodell aller Golfer werden, die bei Chubby Checkers "Let's Twist Again" Schweißausbrüche bekommen.

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INTERVIEW PAUL WOOD

PING DIRECTOR OF STRATEGIC INITIATIVES

Eure populäre Scottsdale-Putter-Familie wird 2026 zur Scottsdale-Tec-Serie. Was macht diese neuen Putter aus?
Das offensichtlichste Feature der Tec-Putter ist ihre Farbe: Sie sind weiß. Hauptgrund dafür ist es, den Kontrast zwischen dem Kopf und den schwarzen Kontrast-Elementen so deutlich wie möglich zu gestalten. Beim Designprozess der Tec-Putter spielte Neurobiologie eine große Rolle. In diesem Zusammenhang entstand die Ping-Eye-Q-Technologie, die die Grundlage für diese neuen Putter darstellt.

Was bedeutet das im Detail?
In vielen anderen Sportarten spielt der Begriff "Quiet Eye" eine große Rolle. Das ruhende Auge ist eine wissenschaftlich belegte Technik zur
Optimierung der visuellen Aufmerksamkeit und Motorik, besonders unter Druck. In der Praxis bedeutet das: Je länger das Auge ruhig auf einem bestimmten Punkt verweilt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, die gewünschte Bewegung wie erfordert auszuführen. Um die Augen zu beruhigen, haben wir viele verschiedene Konzepte von Ausrichtungshilfen getestet und dabei herausgefunden, dass ein simpler Punkt am besten geeignet ist, den Quiet-Eye-Effekt zu erreichen.

Der Punkt funktioniert also im Prinzip wie ein Magnet für die Augen?
Könnte man so sagen. Der Wunsch nach einem Punkt anstelle einer Linie ist auch unter Tour-Pros oft zu beobachten. Joaquín Niemann spielt zum Beispiel einen klassischen Blade-Putter, lässt dort aber seit Langem nur einen einfachen Punkt als Zielhilfe anbringen. Und dann gibt es schließlich noch einen gewissen 15-fachen Major-Sieger, der den Großteil seiner Karriere ebenfalls mit einem simplen Blade-Putter und einem Punkt auf der Top-Line von Erfolg zu Erfolg geeilt ist. Wir haben diese Technologie mit Golfern aller Spielstärken getestet und dabei herausgefunden, dass allein durch das Beruhigen der Augen im Schnitt ein Putt weniger pro 18-Loch-Runde benötigt wird.

Im Marktsegment der Putter ist der Begriff Zero Torque gerade das heißeste Schlagwort. Handelt es sich bei den Scottsdale-Tec-Puttern um Zero-Torque-Modelle?
Bei Ping glauben wir nicht an das Zero-Torque-Konzept. Seit Karsten Solheim die Firma gegründet hat, arbeiten wir nach der Philosophie, dass sich der Schaft vor dem Massenschwerpunkt des Schlägerkopfs befinden sollte, denn ein Schlägerkopf sollte durch den Ball hindurchgezogen und nicht -geschoben werden. Karsten brachte immer das Beispiel einer Schubkarre, die man über einen Bordstein bewegen möchte. Schiebt man diese über die Kante, wird sie sich deutlich instabiler verhalten, als wenn man sie zieht. Bei den Scottsdale-Tec-Puttern haben wir jetzt zwei Schlägerköpfe, die wir Onset-Modelle nennen: Ally Blue und Ketsch zeichnen sich durch eine Schaftposition aus, die etwas hinter der Schlagfläche, aber knapp vor dem Schwerpunkt liegt. Dies fördert ein ziehendes Putten durch den Treffbereich und sorgt so für einen gleichmäßigen Schwung. Ziel ist es, das Puttgefühl eines Blade-Putters mit der Zielgenauigkeit und Stabilität eines Mallet-Putters zu kombinieren. Da der Schaft immer noch vor dem Schwerpunkt liegt, handelt es sich nicht um Zero-Torque-Putter.

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