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Das Projekt

Caddie Check

Von Rüdiger Meyer

Wie früher auf dem Mountainbike absolviert Marc Zimmermann auch seine Golfkarriere in Etappen. Die erste führt ihn nach Polen, wo er als Caddie bei der Ecco Tour seine Konkurrenz um den Cut ins Auge nimmt.

Marc Zimmermann ist mit seinem Van aus Berlin nach Sand Valley bei Danzig angereist. Aufgeregt sei er. Kein Wunder, denn bislang war sein Project, bei der Ecco Tour im dänischen Esbjerg den Cut zu schaffen, nur eine Vision. Nun sieht er beim Saisonstart der Turnierserie zum ersten Mal die Profi-Golfer, mit denen er Anfang August um den Einzug in die Schlussrunden konkurrieren wird. "So langsam merke ich, dass mein Traum wahr wird", freut sich der 29-Jährige.

Diese Woche hat er noch Schonfrist, doch er wird sehen, wie sich seine zukünftigen Gegner auf ihr Spiel vorbereiten, und darf als Caddie mit einem Spieler über den Platz gehen. Für Marc ist es an der Zeit, Profiluft zu atmen und hautnah mitzuerleben, wie es auf und neben dem Platz zugeht. Genau dafür ist der ehemalige European-Tour-Spieler Bernd Ritthammer ebenfalls nach Polen gereist. Der Coach von Marc hat die Einheiten für die nächsten Tage auf die Zeit vor dem Sonnenaufgang verschoben. "Marc muss jetzt den gleichen Rhythmus wie die Spieler kennenlernen. Also werden wir früh auf der Range trainieren und er wird das Putting Green mit seinen späteren Konkurrenten teilen."

Zur Unterstützung und Auswertung des Trainings schwören Bernd und Marc auf die technischen Tools von Garmin. Sie werden uns im Interview erklären, wie sie die Geräte einsetzen und von ihnen profitieren. Das Trainingsprogramm hat es jedenfalls in sich: Neben Technikstudium und Platzstrategie steht eine Neunloch-Challenge zwischen den beiden auf dem Programm. "Dann wird's echt ernst", zwinkert Marc. Spoiler Alert: Die Challenge gegen Bernd kann Marc noch nicht gewinnen. Auf den ersten drei Löchern nimmt er seinem Coach zwar ein Loch ab, am Ende gewinnt der Routinier jedoch mit Vorsprung. Eine Lehre zum richtigen Zeitpunkt, findet Bernd: "Neben Techniktraining und Schnuppern von Pro-Luft kommt es jetzt darauf an, Marc auch mental zu stärken und ihm Erfahrungen zu ermöglichen, auf die er in Esbjerg zurückgreifen kann."

Das Projekt: Das Projekt:

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BEI PROFITURNIEREN HAT JEDER SEINEN EIGENEN LAUNCH MONITOR AUF DER RANGE. DAS IST GERADE FÜR DAS TRAINING MIT EISEN ESSENZIELL.
BERND RITTHAMMER
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Interview Marc & Bernd


GOLFPUNK: Die Vorbereitungen für Marcs Einsatz in Esbjerg laufen auf Hochtouren. Was wird für ihn dabei die größte sportliche Herausforderung?
Bernd: Marc kann auf Plätzen, die er gut kennt, sehr gute Scores und auch Par-Runden spielen. Wir haben uns einmal die Ergebnisse aus Esbjerg aus dem letzten Jahr angeschaut - wahrscheinlich reichen zwei Par-Runden, um den Cut zu schaffen. Der fremde Platz und die Anforderungen, die ihm in diesem Teilnehmerfeld begegnen, sind sein Problem. Da steigt die Nervosität - und dann zwei Runden fehlerfrei ohne Double oder Triple Bogeys zu spielen ist tatsächlich eine große Herausforderung.

In der letzten Ausgabe haben wir bereits verraten, dass du, Marc, bei Rick Shiels zu Besuch warst. Wie war es?
Marc: Atemberaubend - und irgendwie auch ein bisschen surreal. Ich konnte erst glauben, dass ich wirklich und wahrhaftig vor ihm stand, als er mit mir gesprochen hat. Alle Welt kennt ihn und seine YouTube-Tutorials, guckt seine Challenges gegen die Pros - und dann bin ich auf einmal bei ihm. Ein einmaliges Erlebnis.

Was konntest du dir bei ihm für deinen Golfschwung abschauen?
Marc: Als wir die Challenge gespielt haben, konnte ich ihn natürlich sehr genau beobachten. Ich habe gesehen, dass er einen unglaublich sicheren Schwung hat. Grundsätzlich sah alles superroutiniert aus. Diese Routine, glaube ich, und das solide Fundament fehlen mir noch total.

Das Projekt:
Bernd, wie siehst du die aktuelle Form deines Schützlings?
Bernd: Marc hat inzwischen ein paar unangenehme und große Drucksituationen gemeistert, er ist an jeder Herausforderung gewachsen. Jetzt in Sand Valley hat er einen Pro-Spieler als Caddie begleitet. Das heißt, Marc konnte einen erfahrenen Spieler studieren, von diesem lernen - und wird sich dadurch in Esbjerg wieder ein Stück weit wohler fühlen.

Marc: Das war unbezahlbar! Und ein krasses Learning zum Thema Mentalität. Schlechte Schläge passieren - das hat mir der Pro, bei dem ich mitgegangen bin, gezeigt. Er hat einen Drive zehn Meter vors Grün geschlagen, nimmt ein Lob Wedge und der Ball rollt vom Grün. Ich war entsetzt, aber er war ganz gelassen. "Schlechte Schläge muss man akzeptieren", sagte er ganz cool. "Wichtig ist nur, dass du beim nächsten Schlag neu fokussiert bist." Sein dritter Schlag: Chip-in zum Birdie. Das muss ich noch lernen.

Wie seht ihr euer Niveau im direkten Vergleich zu den Konkurrenten?
Marc: Ganz ehrlich? Zuerst war ich sehr aufgeregt und habe gedacht: "Boah, ich habe keine Chance - ich bei einem Turnier im Hoheitsgebiet der Profis!" Die Jungs hauen unglaubliche Längen raus, so etwas habe ich noch nie erlebt. Nachdem ich eine Neunloch-Challenge gegen Bernd gespielt hatte, ging's aber schon etwas besser. Wir haben gut trainiert, ich habe die professionelle Atmosphäre aufgesogen und an Selbstvertrauen gewonnen.

Ist die fehlende Länge ein Problem?
Bernd: Die besten Spieler schlagen den Ball weit und sind konstant. Im Vergleich dazu fehlen Marc durchschnittlich vielleicht noch 20 bis 30 Meter. Trotzdem, ich würde Golf nicht nur auf Länge reduzieren. Das Spiel erfordert extreme Präzision und echte Cleverness. Wir brauchen ein gutes Händchen ums Grün, wir müssen unsere Wedges solide treffen und immer clevere Entscheidungen treffen. Jetzt geht's darum, seine Spielintelligenz zu steigern.

Ihr habt erzählt, dass ihr intensiv mit den Garmin-Geräten trainiert habt. Wie setzt ihr diese technischen Gadgets am effektivsten ein?
Marc: Die Geräte helfen mir bei fast allem, was im Training und im Spiel wichtig ist - der Launch Monitor gibt mir auf der Range die Möglichkeit, die tatsächliche Carry-Län-ge zu messen. Die zu kennen ist unglaublich wichtig.

Bernd: Es ist kein Zufall, dass bei Profiturnieren jeder auf der Range seinen eigenen Launch Monitor hat. Ich erlebe oft Amateure, die ihre eigene Schlaglänge überschätzen. Sie sehen auf der Range nur, wo der Ball liegt - aber der Ball liegt erst, nachdem er gerollt ist oder einen Kick bekommen hat. Die genauen Längen sind gerade für das Training mit den Eisen essenziell. Wer im Turnier weiß, dass er mit dem Neuner-Eisen 115 Meter schlägt, kann seinen Ball auch zuverlässig an die Fahne spielen.

Marc: Dazu kann ich dann noch andere Daten abfragen wie zum Beispiel die Schlaggeschwindigkeit und die Spin Rate. Gerade wenn man wie ich oft allein trainiert, hilft das ungemein.

Das Projekt: Das Projekt:
Wie geht ihr auf dem Platz vor? Nutzt ihr GPS-Geräte oder Laser beim Training?
Marc: Auf dem Platz benutze ich die Garmin Approach S70. Ein kurzer Blick auf den Arm genügt und ich sehe alle notwendigen Daten, um die Bahn erfolgreich spielen zu können. Die Uhr gibt mir in jedem Moment und an jeder Stelle, übersichtlich und leicht zu erfassen, die Information, die ich für den nächsten Schlag brauche.

Bernd: Du kannst ein Loch damit strategisch planen, weil du genau siehst, wie viele Meter es bis zum Bunker sind. Und du erkennst, von welcher Seite du das Grün am besten anspielst und wie tief das Grün ist - das ist eine Information, die man nicht lasern kann. Für den Schlag aufs Grün nutzen wir trotzdem immer noch den Laser, um die exakte Entfernung zu messen.

Marc: Das Lasern ist fast wie ein Ritual. Es gibt mir Sicherheit, bestätigt mich bei der Schlägerauswahl und der Schwunggeschwindigkeit. Auch wenn ich mich gern auf mein Gefühl verlasse, steigt mit dem Laser die Gewissheit, dass ich das Loch und die Entfernung richtig einschätze.

Ihr wollt in Esbjerg den Cut schaffen, die anderen Spieler kämpfen um den Sieg - ändert das etwas an der Spieltaktik?
Bernd: Auf keinen Fall. Wir spielen so aggressiv wie möglich und so clever wie nötig. Ich bin auch als Caddie an seiner Tasche. Das heißt, ich werde einen Plan machen und beim Thema Platzstrategie eingreifen können. Um den bestmöglichen Score zu erzielen, werden wir unter Berücksichtigung von Marcs Stärken und Schwächen den optimalen Plan entwickeln. Aber klar, die meisten Spieler in diesem Feld trainieren seit Jahren auf eine Profikarriere hin und haben dadurch Vorteile. Doch wenn wir zu defensiv spielen, werden wir damit auch nicht erfolgreich sein.

Marc, als Nächstes steht für dich das Pro Am mit Freddy Schott bei der European Open in Hamburg an. Was erwartest du von der Runde?
Marc: Ich möchte die Runde einfach erleben und genießen. Dabei werde ich Freddy sehr genau beobachten und sehen, wie er in unterschiedlichen Situationen handelt. Hoffentlich habe ich zwischendurch auch Gelegenheit, Fragen zu stellen. Ich bin jetzt an dem Punkt, dass ich sage: "Ja, ich kann Golf spielen." Aber um wirklich erfolgreich zu sein, muss das Spiel immer auch im Kopf funktionieren. Das wird für mich und mein Projekt der Schlüssel sein. Ich hoffe, dass Freddy mir dazu gute Tipps geben kann.

Wie seht ihr aktuell die Chance, in Esbjerg euer Ziel zu schaffen?
Bernd: Die Konkurrenz ist stark; auch mit top Training und optimaler Strategie wird es immer noch eine Höllenaufgabe sein. Aber wir sehen das positiv. Ich glaube, wir haben nach unserer Vorbereitung eine realistische Chance, unser Ziel zu erreichen - aber der Weg wird kein leichter sein.

Marc: Ich werde mich in Esbjerg nicht verstecken. Ich werde mit dem richtigen Selbstvertrauen anreisen und dann werden wir sehen.

 
Steckbrief

Steckbrief

NAME
Marc Zimmermann

JAHRGANG
1995

WOHNORT
Bielefeld

HCP
2,1

LIEBLINGSVEREIN
Hamburger SV

MARC SOCIAL MEDIA
@outdoorburscheofficial

MARCS KLEINE HELFER


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GARMIN
Approach Z82
649,99 Euro
Entfernungsmesser und Golfplatzansichten mit Platz- und Spielinfos in einem Gerät: Der Garmin-Rangefinder vereint das Beste, was Laser- und GPS-Technologie zu bieten haben. Dank GPS erkennt der Z82 automatisch, auf welchem der 43.000 gespeicherten Golfplätzen man spielt - und sollte bei eingeschränkter Sicht die Fahne nicht anvisierbar sein, weist der Pinpointer den Weg. Farbige 2-D-Überlagerungen stellen dabei Entfernungen zu Hindernissen, dem Grün und Layups exakt dar. Darf ein Rangefinder in vorgabewirksamen Turnieren Höhenunterschiede und daraus resultierende Schlägerempfehlungen anzeigen? Nein, aber im Turniermodus werden diese Funktionen deaktiviert und eine Leuchte am Gerät signalisiert den regelkonformen Einsatz.

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OUTDOOR INDOOR WELTWEIT

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