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Gleneagles – Teil 2

Öko? Logisch!

Von Rüdiger Meyer, Fotos: PR

Der Report des Carbon Trust zeigt zugleich, wo die größten Klimabelastungen entstehen. Und damit, wo Mo Mands ansetzen muss.

25 Prozent unseres ökologischen Fußabdrucks entfallen auf den Energieverbrauch und 19 Prozent auf den Lebensmittelbereich. Das sind also die beiden Schlüsselbereiche, um kurzfristig die größte Wirkung bei der Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks zu erzielen. Und genau in diesen beiden Bereichen arbeiten wir sehr intensiv. Bislang haben wir große Fortschritte erzielt, insbesondere im Bereich Lebensmittel.

Gleneagles: Praktisch: Der Pizza-Steinofen direkt auf dem Golfplatz
Praktisch: Der Pizza-Steinofen direkt auf dem Golfplatz
Sechs Restaurants und drei Bars verteilen sich auf das Hotel und das Clubhaus, doch diese Zahlen beschreiben die Dimensionen nicht mal im Ansatz. Bei einem Blick hinter die Kulissen kommen wir uns vor, als hätte man uns mitten in einen Ameisenhaufen geworfen. Dutzende Menschen wuseln herum und tragen Essen zwischen den zahlreichen Großküchen hin und her. Ein verschwenderischer Luxus, bei dem das Verschwenderische allerdings der Vergangenheit angehören soll, wenn es nach Mo Mands geht.

Seit 2024 haben wir unsere Lebensmittelverschwendung um 22 Prozent reduziert. Dazu haben wir in den Küchen Technologien installiert, die uns Aufschluss darüber geben, wo Verschwendung entsteht. Sei es verdorbene Ware - von der es nur sehr wenig gibt -, Abfall bei der Zubereitung oder Überproduktion am Buffet. Wenn die Daten zeigen, dass bestimmte Speisen beim Frühstück stärker verschwendet werden, ändern wir unsere Vorgehensweise. Es gibt auch viel Abstimmung zwischen den Gastronomiebereichen. Sie gestalten ihre Speisekarten so, dass Verschwendung minimiert wird, oder teilen Zutaten, die an einer Stelle nicht verbraucht werden. Etwas Ähnliches haben wir bei den Zimmern gemacht. Unsere Standardregelung ist, dass nur jeden zweiten Tag die Wäsche gewechselt wird. Das hilft uns dabei, den Wasserverbrauch zu senken. Wenn unsere Gäste möchten, dass die Bettwäsche täglich gewechselt wird, ist das natürlich kein Problem.

Öko? Logisch!: Beeindruckend: das Quidditch-Trainingsfeld von Hogwarts (l.). Mo' Money: Geld sparen durch Umweltschutz (r.)Öko? Logisch!: Beeindruckend: das Quidditch-Trainingsfeld von Hogwarts (l.). Mo' Money: Geld sparen durch Umweltschutz (r.)
Beeindruckend: das Quidditch-Trainingsfeld von Hogwarts (l.). Mo' Money: Geld sparen durch Umweltschutz (r.)
Dass dem Kampf gegen Verschwendung allerdings gerade in einem Luxushotel Grenzen gezogen sind, lässt sich mit einem Buchstaben ausdrücken: H. Dieser Letter prangt 50 Meter neben dem Pitch'n' Putt-Platz auf einer Betonplatte und signalisiert den Hubschrauberlandeplatz des Hotels. Was bringt es also, hier ein Steak vor dem Müll zu retten und dort ein Handtuch weniger zu waschen, wenn Gäste sich einfliegen lassen? Dieser Spagat ist auch Mo Mands bewusst.

Es gibt Dinge, die wir nicht steuern können. Wir können aber ermutigen. Wir haben alles, um eine nachhaltige Anreise zu fördern. Der Bahnhof ist ganz in der Nähe und von dort holen wir die Fahrgäste mit Elektrofahrzeugen ab. Wir bieten Firmenkunden, die das Hotel für einige Tage mieten, die Möglichkeit, eine CO2-Bilanz ihres Events aufzustellen. Wir haben einen unserer Kunden gebeten, als Versuchskaninchen zu fungieren, und er war begeistert.

Gleneagles:
Wie realistisch ist das 2040er-Ziel angesichts dieser Faktoren also? Mo Mands gibt sich optimistisch. Bis zum ersten Zwischenziel sind noch vier Jahre Zeit und die Technik entwickelt sich in Siebenmeilenschritten. Gleichzeitig darf die Signalwirkung von Gleneagles nicht unterschätzt werden. Wenn selbst ein Luxusresort seinen ökologischen Fußabdruck massiv reduzieren will, wird die Ausrede für andere Golfclubs zumindest nicht überzeugender. Zumal Nachhaltigkeit in Gleneagles nicht nur eine Frage des guten Gewissens ist. Weniger Energieverbrauch bedeutet weniger Emissionen - und häufig auch weniger Kosten. Genau diese Verbindung versucht Mands, im gesamten Resort zu etablieren.

Wenn ich mit unserem Managing Director Conor spreche, sage ich ihm: "Nehmen wir an, wir installieren dieses System. Es würde es uns helfen, diese Menge CO2 einzusparen. Aber es gibt auch finanzielle Einsparungen." Man muss also sowohl die finanziellen als auch die ökologischen Vorteile aufzeigen und gleichzeitig das Engagement unserer Mitarbeiter nutzen. Ich bin zwar die Direktorin of Sustainability, aber diese Rolle liegt nicht nur bei mir. Ich habe eine Armee von 1.400 Mitarbeitern hinter mir, denn alle sind wirklich engagiert und helfen mit.

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