Es gibt natürlich Aspekte, bei denen wir das kulturelle Erbe dieses wunderschönen Gebäudes respektieren müssen. In den letzten zwölf Monaten haben wir über 250 Fenster saniert, indem wir beispielsweise die Dichtungen ausgetauscht haben. Das wird Wärmeverluste verringern. Ein Schwerpunkt liegt auf der Umstellung unserer Heizungsanlage. Zunächst einmal müssen wir allerdings verstehen, was die richtige Option ist. Natürlich gibt es Wärmepumpen, doch die Technologie ist für ein Gebäude dieser Größe möglicherweise noch nicht ausgereift. Wir haben auch einige Heizkessel, die wasserstofftauglich sind, aber da stellt sich die Frage nach der Verfügbarkeit des Brennstoffs. Biokraftstoffe wären eine kurzfristige Lösung, aber damit hätten wir immer noch keine langfristige. Wir müssen flexibel bleiben, wie wir tatsächlich umstellen.

»SEETANG WIRKT ÄHNLICH WIE DARMBAKTERIEN UND HILFT DABEI, DASS DER BODEN WIRKLICH GESUND BLEIBT.«
Wir haben MowBots im Einsatz, aber in erster Linie in den Gärten, auf den Rasenflächen und der Driving Range. Die Fairway-Mäher sind Teil eines groß angelegten Programms. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 80 Prozent all unserer Betriebsfahrzeuge vollelektrisch sein sollen. Derzeit liegen wir bei 45 Prozent. Dazu gehören alle Golfbuggys, einige Ranger-Fahrzeuge und die Shuttles im Resort. Die Herausforderung liegt jedoch bei den industriellen Traktoren. Wir bräuchten wahrscheinlich immer zwei Fahrzeuge, da eines zum Aufladen bereitstehen müsste, während das andere im Einsatz wäre. Wir arbeiten gemeinsam mit unserem Partner daran zu verstehen, wie sich die Technologie entwickelt, und suchen nach den besten Lösungen.
Auf dem Golfplatz ist man bei einigen Lösungen schon deutlich weiter - und das lange vor der Sustainability-Initiative. Insbesondere bei den Themen Wasserverbrauch und nachhaltige Düngung hat sich Gleneagles bereits früh als Vorreiter etabliert, was Mo Mands vor allem einem Mann zuschreibt.


Was in Gleneagles genau lebt und blüht, war eine der ersten Fragen, mit denen sich Mo Mands bei ihrem Amtsantritt beschäftigte. Jedoch ist sie nicht über das Anwesen gegangen und hat eine Strichliste geführt. Angesichts der Dimensionen hätte dies vermutlich Jahrzehnte gedauert. Stattdessen engagierte sie Ökologen, die mit hochmodernen Messmethoden wie eDNA arbeiten.
Bei dieser Methode werden Proben aus Wasserläufen entnommen, in denen sich selbst winzige Mengen DNA nachweisen lassen. Außerdem haben wir das Anwesen zu Beginn des Jahres mit LiDAR vermessen und festgestellt, dass unsere Bäume und Hecken sieben Millionen Tonnen CO2-Äquivalent speichern. Wir verfügen jetzt also über ein vollständiges Modell mit allen Baumarten, deren Anzahl und Standorten. So können wir fundierte Entscheidungen treffen, um an den richtigen Stellen die richtigen Baumarten zu pflanzen, wodurch wir widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel werden.

Ich habe ein Faible für Daten. Und ich orientiere mich gerne an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Da meine Stelle vollkommen neu ist, war es für mich besonders wichtig, eine Ausgangsbasis zu haben. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Carbon Trust unseren gesamten CO2-Fußabdruck berechnet - und zwar in allen Bereichen. Anhand dieser Ausgangsbasis können wir unsere Ziele für 2030 und 2040 genau verfolgen. Wir wissen, wohin wir wollen, und können unsere Fortschritte daran messen.
Größtmögliche Transparenz verspricht Gleneagles dabei durch die jährliche Veröffentlichung eines Progress Report, der den Erfolg - oder Misserfolg - der Maßnahmen für die Öffentlichkeit protokollieren soll. Die Ausgangsbasis für das Resort liegt demnach bei 19.643 Tonnen CO2-Äquivalent, von denen 23 Prozent direkte Emissionen sind. Zum Vergleich: Bis 2040 muss Gleneagles seine Emissionen damit um eine Menge reduzieren, die etwa 80 Millionen Autokilometern entspricht - mehr als 2.000-mal um die Erde.



