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Anton Albers

Neu im Betrieb

Von Jan Langenbein, Fotos: Jan Oliver Pemöller

Anton Albers ist noch keine sechs Monate Profi und klopft bereits an die Tür der DP World Tour. Wir haben den Shootingstar bei der Vorbereitung auf die Q School getroffen.

In Hamburg neigt sich eine weitere Saison für Hobby-Golfer und Clubspieler dem Ende entgegen. Für Anton Albers, der im Hamburger Golfclub am Schwung feilt, ist die Saison 2023 noch lange nicht beendet. Der alles entscheidende Höhepunkt steht schließlich noch bevor: die zweite und finale Stage der Q School. In Spanien wird sich dort im November entscheiden, ob der 24-Jährige nächstes Jahr im europäischen Oberhaus antreten darf. Mit einem souveränen Sieg bei der ersten Stage dieses dreistufigen Selektionsprozesses hat Anton seine Ambitionen klar formuliert: "Ich versuche, die Q School wie jedes andere Turnier anzugehen. Dort reicht es am Ende zwar, wenn man 18. oder 19. wird, bei normalen Turnieren ist das Ziel dagegen immer der Sieg. Deshalb möchte ich in Spanien nicht auf Position, sondern auf Sieg spielen."

Um sein Profidebüt beim Heimspiel vor den Toren Hamburgs geben zu können, wechselte Anton pünktlich zur Porsche European Open 2023 ins Profilager und fühlte sich nach fünf erfolgreichen Jahren im Team der University of Arkansas at Little Rock absolut gerüstet. Für einen überstandenen Cut reichte es bei den beiden DP-World-Tour-Events auf deutschem Boden in diesem Jahr zwar noch nicht, doch dafür benötigte Anton auf der Challenge Tour lediglich acht Starts, um sich in die Top 100 zu spielen und somit die Challenge-Tour-Karte für 2024 so gut wie sicher zu haben. "Dadurch fällt man natürlich weicher, aber die Challenge Tour ist nicht mein Ziel", stellt Anton klar, dessen Trainingsroutine der eines Veteranen gleicht - und das, obwohl er sich ans Leben als Profi erst noch gewöhnen muss.

Anton Albers: Alles andere als Health Food: Chips am Morgen (l.). Auf dem Tablet serviert: frische Schwungdaten (r.)Anton Albers: Alles andere als Health Food: Chips am Morgen (l.). Auf dem Tablet serviert: frische Schwungdaten (r.)
Alles andere als Health Food: Chips am Morgen (l.). Auf dem Tablet serviert: frische Schwungdaten (r.)
Wie waren die ersten Monate als Profi?
Profi zu sein ist definitiv etwas anderes als Amateursport. Ich hatte eine Vorstellung, was auf mich zukommt, in der Praxis sind es dann aber doch einige Kleinigkeiten, die einen überraschen. Insofern brauchte ich ein paar Wochen, um mich an das neue Umfeld und das Profidasein zu gewöhnen.

Du hast einige Jahre am College, also im Team, gespielt. Ist die größte Umstellung nun, auf dich allein gestellt zu sein und keine Teamkameraden mehr zu haben?
Das spielt auch eine Rolle, war für mich aber keine große Umstellung. Wenn man als Leistungsgolfer groß wird, weiß man von Anfang an, dass Golf ein Einzelsport ist. Natürlich spielt man als Jugendlicher auch in Europa viel im Team, zum Beispiel wenn es zu den Europa- oder Weltmeisterschaften mit der Nationalmannschaft geht. Auch im College kämpft man im Team um Siege, aber eben immer auch als Einzelspieler. Im Training fiel es mir schon immer leicht, allein zu arbeiten und mein Pensum abzuspulen.

Dann unterscheiden sich dein Trainingspensum und die Weise, wie du trainierst, als Profi nicht wirklich vom Trainingsaufwand am College?
Kaum. Was das Training angeht, wird man am College sehr gut auf das Profileben vorbereitet, denn es gibt dort einen durchstrukturierten Tagesablauf, der nur auf eines ausgelegt ist: besser Golf zu spielen. Der große Unterschied liegt im Reiseaufwand. Am College gibt es kaum Events, die länger als vier Tage von Anreise bis zur Abreise dauern. Die schiere Länge einer Turnierwoche als Profi wirkt sich auch auf die Art und Weise aus, wie man trainiert. Denn während eines Events, bei dem es darum geht, den Platz kennenzulernen und im Performance-Modus zu bleiben, trainiert man anders als im Laufe einer Woche zu Hause, wo man Zeit hat, konzentriert an einzelnen Aspekten seines Spiels zu arbeiten.

Wie integrierst du deinen Sponsor Rapsodo und dessen MLM2PRO Launch-Monitor in dein Training?
Ich nutze den MLM2PRO sowohl beim Training in Turnierwochen als auch mit meinem Coach zusammen beim tiefergehenden Techniktraining. Der größte Vorteil eines Launch-Monitors ist, dass ich jederzeit präzise Längen erfahre. Besonders wenn bei unterschiedlichen Platz- oder Wetterbedingungen trainiert wird, ist das eine enorme Hilfe. Bei der Porsche European Open herrschten in Runde zwei plötzlich 30 C auf dem Platz und die Bälle flogen spürbar weiter als noch während der Einspielrunden, als es kälter und feucht war. So was bereits auf der Driving Range genau messen zu können ist großartig. Beim Training zusammen mit dem Coach sind die beiden integrierten Kameras eine große Hilfe, da wir so den Schwung aus mehreren Blickwinkeln betrachten und tiefer in die technischen Feinheiten gehen können.

Nun beginnt die Jahreszeit, in der die Trainingsbedingungen zu Hause suboptimal werden. Wie löst du dieses Problem?
Dabei hilft der MLM2PRO mit der Möglichkeit des Indoor-Trainings natürlich auch. Durch meine Zeit am College bin ich in den USA gut vernetzt und so werden sich Möglichkeiten ergeben, dort bei guten Bedingungen zu trainieren. Jedoch liegt mein Fokus zuallererst auf der Q School. Im Best-Case- Szenario, wenn ich mir dort die Karte für die DP World Tour sichere, kann ich sofort in das Turniergeschehen der Saison 2024 eingreifen, dann stellt sich die Frage nach einem Wintertrainingslager nicht mehr.

Weitere Informationen zum Rapsodo MLM2PRO findest du hier.

 
Steckbrief

Steckbrief

Name
Anton Albers

Alter
24 jahre

Wohnort
Buchholz

Profi seit
2023

Lieblingsteam
Hamburger SV & L.A. Lakers

Erfolge
2017
Deutsche Jugend-Mannschaftsmeisterschaft (Amateur)
2021
Danish International Amateur Championship (Amateur)
2023
2. Dormy Open (Challenge Tour)

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