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Freddy Schott

Big Schott

Von Wolfgang Block, Fotos: Getty Images

Nach seinem Sieg in Bahrain will Freddy Schott bei der BMW International Open in München die Grundlage für den nächsten Karriereschritt legen. Sein mögliches Ziel: die PGA Tour.

Die letzten Wochen liefen für Freddy Schott mit vier verpassten Cuts in Folge alles andere als optimal. Doch für den 25-Jährigen ist 2026 dennoch ein absolutes Traumjahr. Er feierte seinen ersten Sieg auf der DP World Tour und schielt zumindest mit einem Auge über den Atlantik. Einen großen Schritt dahin will er auch im Juli bei der BMW International Open machen, wie er uns im Rahmen seines Auftritts beim DP World Event in Österreich verriet.

Du hast die letzten Turniere öfter ein freies Wochenende gehabt. Frustrieren dich schlechte Ergebnisse wie hier bei der Austrian Alpine Open noch?
Unfassbar. Ich hasse schlechte Ergebnisse. Immer.

Das andere Extrem hast du mit deinem Sieg in Bahrain erlebt. Wie nervös warst du am letzten Tag?
Das ging sogar. Ich habe echt gut geschlafen, dementsprechend war ich gar nicht so nervös. Und ich hatte mit meinem Caddie Taka einen tollen Partner an meiner Seite, der dafür gesorgt hat, dass ich noch weniger nervös war. Es war echt perfekt.

Fühlt sich so ein Sieg noch größer an, wenn man Sergio García in der Schlussrunde hinter sich lässt und Patrick Reed im Play-off niederringt?

Definitiv. Das war schon sehr cool. Wenn ich jetzt in die Geschichtsbücher gucke und sehe, ich habe Patrick Reed im Play-off geschlagen, das fühlt sich schon sehr, sehr geil an.

Du hast im Play-off das Loch von Calum Hill bereits auf dem Fairway geschenkt bekommen. Hat sich das seltsam angefühlt, so zu gewinnen?
Auf jeden Fall. Ich musste erst einmal den Referee fragen, ob das auch alles in Ordnung und regelkonform ist. Danach war die Freude zwar anders, aber natürlich auch sehr groß.

Die Grundlage für deinen Sieg in Bahrain hast du 2025 gelegt, als du dir die Tourkarte zurückgeholt hast. Wie stolz warst du auf dein letztes Jahr?
Superstolz. Das war ein hartes Jahr für mich, in dem ich viel gelernt habe über mich und über das, was ich von mir erwarte. Am Ende muss ich auch hier wieder Taka danken. Wir sind auf die letzten drei Events mit nur einer Mission gegangen und die haben wir durchgezogen. Das hat mir natürlich sehr viel Selbstvertrauen gegeben.

Als wir letztes Jahr gesprochen haben, hast du von Event zu Event gezittert, ob du ins Feld kommst. Das ist jetzt vorbei. Ist dein Leben entspannter?
Das ist wirklich schwer zu sagen, weil der Anspruch dadurch auch wächst. Ich würde nicht sagen entspannter, aber vielleicht ein bisschen befreiter. Das trifft es wahrscheinlich besser.

Neben deinem Sieg hattest du auch noch einen fünften Platz bei der China Open. Hast du dich dieses Jahr in einem Bereich signifikant verbessert?
Nein, überhaupt nicht. Ich würde da fast zurückgehen darauf, dass ich befreiter bin. In China bin ich in den Sonntag als 28. gestartet. Ich habe zu Taka gesagt: "Ob ich jetzt 30. oder 15. werde, ist mir egal. Wenn wir aber noch mal ein Top Ten holen könnten, wäre das genial." Wir haben dann einfach relativ aggressiv gespielt - nicht dumm, aber aggressiv - und dabei versucht, so viele Birdies zu machen, wie es geht. Das hat geklappt und am Ende sind wir dann sogar noch Fünfter geworden.

Du bist jetzt erstmals für die prestige- und preisgeldträchtigen Rolex-Events qualifiziert. Gehst du die wie kleine Majors an?
Ich würde das gar nicht unterscheiden. Ich versuche, in jedes Event so gut vorbereitet wie möglich reinzugehen. Okay, manchmal gibt es Wochen, in denen man vielleicht erst an einem Dienstag anreist. Das würde ich dort vielleicht nicht gerade machen. Aber an und für sich ist da nichts anders.

Du hast gesagt, dein nächster Traum sei es, irgendwann einmal an einem Major teilzunehmen. Siehst du dafür 2026 schon eine realistische Chance?
Beim US Open Qualifier im Mai in Walton Heath musste ich leider nach der ersten Runde mit einer Handgelenksverletzung zurückziehen. Ich hoffe aber, noch irgendwie in die Open reinzukommen. Vielleicht über die Mini Order of Merit, die nach der BMW International Open abgerechnet wird.

Welche Bedeutung hat für dich persönlich die BMW International Open? Sie ist immerhin das einzige deutsche Event auf der DP World Tour.
Sie ist superwichtig. Ich glaube, ein Heim-Event dient vor allem dazu, den Leuten aus der Heimat Golf näherzubringen und auch uns selbst. Damit sie uns kennenlernen und den Golfsport einfach lieben lernen können.

Beim Heim-Event liegt der Fokus von Medien und Zuschauern automatisch mehr auf dir. Ist das eher schwierig oder genießt du das?
Ich glaube, du musst es genießen, sonst wärst du hier falsch. Das ist das, worauf wir alle hinarbeiten. Jeder, der sein Heimatturnier auf egal welchem Platz der Welt spielt, freut sich einfach auf diese Woche. Natürlich ist das medial ein bisschen anders. Meiner Meinung nach kann einem das aber nur guttun. Das ist ja auch so eine Art Bestätigung.

Aktuell liegst du im Race to Dubai auf Platz 20 und in direkter Reichweite der Plätze, die für die zehn Spielberechtigungen auf der PGA Tour infrage kommen. Ist das etwas, auf das du schielst? Hättest du Lust, im kommenden Jahr in den USA zu spielen?
Definitiv. Das ist aber eine Sache, die ich momentan noch ein bisschen von mir wegdrücke. Wenn ich mich für das Race-to-Dubai-Finale qualifizieren sollte, weiß ich, dass ich noch bis zum letzten Event eine realistische Chance habe auf einen dieser zehn Spots. Wenn ich das schaffen könnte, wäre das unglaublich. Das wäre mein Durchbruch. Aber ich gucke jetzt noch nicht darauf, wo ich stehe und wie viele Punkte mir noch fehlen.

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