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Callaway im Kaufrausch

10.11.2020 | Von Jan Langenbein, Foto(s): Getty Images (1), PR (2)

Mit einem Multimilliarden-Dollar-Deal sichert sich Callaway die Spitzenposition im hart umkämpften Golf- und Freizeitmarkt in den Vereinigten Staaten.

Mit den Übernahmen von Golfmarken wie Ogio oder Travis-Mathew, aber auch branchenfremden Brands wie Jack Wolfskin hat Callaway in den vergangenen Jahren bewiesen, wie groß der Appetit der Kalifornier auf Akquisitionen ist. Mit der kompletten Übernahme von Topgolf hat diese Einkaufstour nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bereits 2006 stieg Callaway mit 14 Prozent bei Topgolf ein und übernahm nun, wie Ende Oktober mitgeteilt wurde, auch den Rest der Topgolf-Anteile in einem Deal, der den gesamten Aktienwert von Topgolf auf knapp zwei Milliarden Dollar taxiert. Der Börsenwert von Callaway beläuft sich zurzeit auf etwa 1,8 Milliarden Dollar.

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Wie bei Fusionen dieser Größenordnung üblich sparte Callaway-CEO Chip Brewer nicht mit Superlativen: "Topgolf ist das Beste, was dem Golfsport widerfahren ist, seit Tiger Woods. Es wird sich in naher Zukunft zur größten Quelle neuer Golfer für den Sport entwickeln." Die beeindruckenden Zahlen, die Topgolf 2019 abliefern konnte, scheinen diese Ansicht zu stützen, denn von den mehr als 23 Millionen Gästen, die im vergangenen Jahr bei Topgolf zum Schläger griffen und für einen Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar sorgten, würden sich nur etwa die Hälfte tatsächlich als Golfer bezeichnen. "Millennials wollen zeitgleich auf viele verschiedene Weisen unterhalten werden und Topgolf vereint Dinge, die jeder liebt: Spiel, Essen und Trinken, Musik und das Gemeinschaftserlebnis", fasst Eric Anderson, Co-Chairman von Topgolf, das Erfolgsrezept seines Unternehmens zusammen. Ob die Allianz zwischen Callaway und Topgolf die Chancen auf eine Topgolf-Anlage in einer deutschen Großstadt - neben den bisher 63 existierenden Driving Ranges weltweit - erhöhen, steht allerdings in den Sternen.