Early Bird Die Golf-News der Woche vom 16.9.
16.09.2024 | Von Rüdiger MeyerJon Rahm setzt sich nen Ring auf, Jay Monahan blamiert sich mal wieder, Sahith Theegala hasst die Zahl 7 und ein Sportreporter verletzt seine Frau beim Golf schwer. Die Golf-News der Woche und alle Ergebnisse der deutschen Stars
Transportprobleme
Was wurde bei der Fußball-EM im Ausland nicht über die deutsche Organisation und den Nahverkehr geschimpft. Aber gegen das, was sich die Amerikaner regelmäßig bei ihren Golfturnieren leisten, war das deutsche Effizienz. Bei der PGA Championship in diesem Jahr führte das Anreisechaos zu einem Toten und der Verhaftung des Weltranglisten-Ersten. Beim Solheim Cup sorgte die schlechte Orga dafür, dass Esther Henseleit den Kontinentalwettstreit vor leeren Rängen eröffnen musste. Die LPGA hatte zu wenig Busse organisiert, um die Fans vom acht Kilometer entfernten Parkplatz auf die Anlage zu bringen. Und selbst wenn man einen der Busse erwischen konnte, brauchte es noch einmal zwei Stunden bis man auf die Anlage kam. Ein Shuttle-Fahrer soll sogar versucht haben, Fans statt im Robert Trent Jones Golf Club im benachbarten Stonewall Golf Club abzuladen. Da lobt man sich doch die 45 Minuten Verspätung der Deutschen Bahn.Zweiklassen-Gesellschaft
Beim Saisonfinale von LIV Golf hat sich nicht nur Jon Rahm die Jahreswertung gesichert, es stehen auch die Namen fest, die im nächsten Jahr womöglich wieder mit dem Pöbel um Geld spielen müssen. Während sich Phil Mickelson, Mito Pereira und Pat Perez gerade noch in die Top 48 retten konnten, verfehlten u.a. Bubba Watson, Branden Grace, Anthony Kim und Hudson Swafford die Marke und müssen sich jetzt entweder im Qualifikationsturnier zurückspielen oder hoffen, dass für sie eine Klausel gilt nach der "aus wirtschaftlichen Gründen" entschieden werden kann, dass jemand nicht absteigt - etwas, was vermutlich für Bubba Watson gezogen wird, den LIV ja mit großem Geld abgeworben hat. Eine Maßnahme mit der die Aussage, dass es eine sportlich ernsthafte Tour ist, mal wieder ad absurdum geführt wird.Put a Ring on it
Apropos LIV Golf. Für das siegreiche Team gab es in diesem Jahr erstmals einen Championship Ring. Man stelle sich folgendes Bild vor. Tom Brady und Jon Rahm treffen sich bei einem Galadinner und sehen ihre auffälligen Ringe an den Fingern, wobei sich folgendes Gespräch abspielt.Jon Rahm: "Wofür hast Du Deine Ringe gewonnen?"
Tom Brady: "Ich habe 21 Jahre in der NFL gespielt, habe mein Team zehn Mal in den Super Bowl geführt und sechs Mal gewonnen. Wie hast Du Deinen verdient?"
Rahm: "Ich habe 2024 in einem undurchschaubaren System eine Punktewertung gewonnen, für die sich eigentlich niemand interessiert hat, weil wir den Sport so ruiniert haben, dass nur noch die Majors zählen. Woraus besteht dein Ring, Tom?"
Brady: "Mein letzter hatte 319 Diamanten mit einem Gewicht von 15 Karat und Deiner?"
Rahm: "Meiner hat zwar nur 5,78 Karat Diamanten, aber dafür hat er etwas, was keiner Deiner Ringe hat.
Brady: "Was denn? Blutdiamanten, Mondgestein, Dinosaurier-DNA?""
Rahm: "Einen QR Code, der zu einem Video linkt."
Vom Handstand zum Knöchelbruch
Joe Buck ist in den USA vergleichbar mit Christoph Wolf-Fuss. Seit Jahren gehört er zu den beliebtesten Kommentatoren in den USA, der jeden Sonntag gemeinsam mit Ex-Quarterback Troy Aikman NFL-Spiele kommentiert. Zwar darf er kein Golf im TV kommentieren, dennoch ist er ein begeisterter Golfer, dessen Liebe zu Sport für seine Ehefrau Michelle schmerzhafte Folgen hatte. Wie er jetzt in einem Video auf X verriet, war er im Juli im mexikanischen Cabo San Lucas auf einer Runde unterwegs als seine Frau aus Jux und Dollerei einen Handstand neben der Teebox machte. Gerade als er seinen Drive schlug, ging sie in einen Spagat über und wurde von dem Ball am Knöchel getroffen. Resultat: ein Trümmerbruch. "Ich wache immer noch mitten in der Nacht auf und höre das Geräusch", gab sich Buck betrübt obwohl ihn seine neben ihm sitzende Gattin von jeder Schuld entlastet.Sieben gerade sein lassen
Dass viele Sportler abergläubisch sind, ist weithin bekannt. Aber Sahith Theegala hat das Ganze auf die Spitze getrieben, wie golf.com verrät. Vor der BMW Championship erzählte der Amerikaner Kenton Oates, dem irritierten Betreuer seiner Firma Ping, dass das Eisen 7 der schlechteste Schläger in seinem Bag sei. Als er kurz darauf mit eben diesem Eisen 7 zwei Bälle ins Wasser beförderte, reichte es Theegala. "Er schrieb mir Sonntag Nacht eine Nachricht in der stand ,Das ist eine lächerliche Bitte, aber ich brauche ein Eisen 7 auf dem nicht Eisen 7 steht", verriet Oates. Die Firma füllte daraufhin die eingravierende 7 mit Metall auf und ließ eine 8 drauf drucken. Seither läuft es für Theegala wieder.Jay Moneyhan
Dass PGA-Tour-Chef Jay Monahan wenig Fingerspitzengefühl hat, ist bekannt. Aber sein letzte Woche einberaumtes Treffen mit Vertretern des saudischen Public Investment Funds, um die Rückzusammenführung von PGA und LIV voranzubringen, hat den Vogel abgeschossen. Nicht nur, dass man sich mit dem direkt von der saudischen Regierung finanzierten PIF in New York traf, man tat es auch noch an 9/11 - dem Gedenktag für die Opfer des feigen Terroranschlags auf das World Trade Center, für den nicht wenige auch Saudi-Arabien verantwortlich machen. Nicht nur die Opfer-Familien gingen auf die Barrikaden, auch Rory McIlroy bezeichnete die Veranstaltung, zu der auch Tiger Woods einflog, als "eigenartiges Timing."Auf Eis gelegt
Das digitale Zeitalter hat vieles vereinfacht, so auch die Anmeldung für Golfturniere. Wer sich auf der PGA Tour für ein Event einschreiben will, kann dies mittlerweile per Handy tun. Doch diese Abhängigkeit von Technologie kann auch zu Problemen führen wie Mark Hubbard erfahren musste. Der Amerikaner hatte versehentlich sein Smartphone in eine Eistonne fallen lassen und verpasste die Deadline für die Procore Championship. Also musste er sich für den Monday Qualifier anmelden und schaffte es tatsächlich ins Feld. Unglücklicherweise verpasste er dem Cut, sodass er das neue Handy von seinen Rücklagen anschaffen muss.Fearsome Foursome: Das Team der Woche
Driving: Rory McIlroy
Wenn Golf nur aus Driving bestehen würde, wäre der Nordire der unangefochtene beste Spieler der Welt. Woche für Woche ballert McIlroy seine Drives raus als gäbe es kein morgen und so führte er auch bei der Irish Open mit seiner durchschnittlichen Drivelänge von 317 Yards das Feld an. Dass er dabei "nur" 57% der Fairways fand, ist Nebensache auf einem Platz wie Royal Country Down, selbst diese Zahl reichte für den 22. Platz im Feld. Am Ende war Rory in "Strokes Gained Approach" Fünfter. Dass er erneut den Titel verfehlte, lag wieder mal am putten. Auf der 17 lag er 8 Meter zum Birdie, kurz darauf lag er 10 Meter zum Par. Das Bogey katapultierte ihn aus einem möglichen Playoff.Approach: Alex Fitzpatrick
Unser Titelheld der vorletzten Ausgabe hatte bei der Irish Open seine Eisen feinjustiert, denn mit fast 7 gewonnen Schlägen in "Strokes Gained: Approach" ließ er sogar Rory McIlroy hinter sich. Insbesondere in der letzten Runde drehte der kleine Bruder von Matt Fitzpatrick auf und traf 89% aller Grüns in Regulation - für einen Platz wie Royal County Down eine fast unglaubliche Zahl, denn der Schnitt des Feldes lag bei 65%.Short Game: Rasmus Hojgaard
Auf der Zielgerade fing der Däne noch Rory McIlroy ab und zerstörte dessen Traum, vor heimischer Kulisse in Royal County Down zu triumphieren. Ein großer Grund dafür lag in seinem kurzen Spiel. 6,9 Schläge machte Hojgaard auf das Feld in "Strokes Gaines Around the Green" gut, befeuert durch 4 Up and Downs aus dem Grünbunker. Zwei davon folgten auf den letzten drei Löchern des Turniers. An der 16 legte er seinen Bunkerschlag zum Birdie an die Fahne, an der 17 lochte er gleich direkt aus dem Bunker zum nächsten Birdie ein. Dass er an der 18 vom Fairway auch das letzte Up-and-Down zum Birdie schaffte war da fast schon Routine-Putting: Pattin Kizzire
Nach seiner Leistung auf den Grüns müsste man Patton Kizzire eigentlich in Puttin' Kizzire umtaufen. Fast neun Schläge - oder mehr als 50% seiner insgesamt gewonnenen Schläge - machte der Sieger der Procore Championship mit dem Putter gut - und holte damit seinen ersten PGA-Tour-Titel seit sechseinhalb Jahren.Schwarz-Rot-Golf: Die deutschen Stars der Woche
Bernhard Langer
3. Sanford International (69-67-67) $138.600Freddy Schott
17. Irish Open (70-71-72-71) €63.641Philipp Katich
10. Open de Portugal (72-70-69-66) €5.184Marc Hammer
16. Open de Portugal (71-69-71-68) €3.129Martin Kaymer
34. LIV Chicago (69-75-68) €144.000Maximilian Kieffer
45. Irish Open (73-69-74-73) €25.444Alexander Knappe
52. Irish Open (72-72-74-72) €19.273Jannik De Bruyn
57. Irish Open (71-70-74-76) €15.970Thomas Rosenmüller
40. Simmons Bank Open (71-63-65-72) €7.500Jonas Baumgartner
33. Open de Portugal (71-71-72-67) €1.998Matti Schmid
58. Procore Championship (68-69-78-71) €13.620Michael Hirmer
49. Open de Portugal (67-70-72-75) €1.103Dominic Foos
56. Open de Portugal (67-73-73-72) €931
Abgeschnitten
Irish Open
Yannik Paul MC (71-74)Maximilian Rottluff MC (72-74)
Marcel Schneider MC (74-74)
Nick Bachem MC (72-77)
Hurly Long WD (77-xx)
Open de Portugal
Yannick Schuetz MC (70-73)Christian Braeunig MC (76-69)












