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Die angenehmsten Orte der Welt

Terme Di Saturnia Spa & Golf Resort

Von Jan Langenbein

Sei es auf einem Roadtrip zum Ryder Cup oder einfach nur bei einer Kultur- und Golfreise durch die Toskana: Ein Stopp in Saturnia macht Golfer, Feinschmecker und Erholungsuchende gleichermaßen glücklich.

Egal ob Werber, die hier nach gewonnenem Etat Lebensgefühl tanken, Oberstudienrätinnen auf der Suche nach dem neuen Lieblings-Sangiovese oder natürlich auch Golfer auf der Flucht vor dem heimischen Schmuddelwetter - die Toskana ist mindestens seit Lebzeiten des alten Goethe ein Sehnsuchtsort für Deutsche nahezu aller Prägungen. Zu Hunderttausenden pilgern Landsleute jedes Jahr in die zweitgrößte Region des italienischen Festlands und bleiben dabei doch meist in der nördlichen Toskana irgendwo im Dreieck Florenz - Pisa - Siena - kein Wunder, schließlich gibt es dort exzellentes Essen, traumhafte Landschaften und auch gute Golfplätze satt. Je weiter man sich innerhalb der Toskana jedoch nach Süden traut, umso unwahrscheinlicher wird es, beim Abendessen Gespräche in hessischer, schwäbischer oder bayerischer Zunge vom Nebentisch vernehmen zu können. Am südlichsten Ende der Toskana, 150 Kilometer nördlich von Rom, also schon beinahe in Latium, sprudelt unweit des kleinen Örtchens Saturnia seit 3.000 Jahren 37 C warmes schwefelhaltiges Thermalwasser aus dem Boden. Geologen liefern dazu sicher äußerst profunde, aber ebenso profane Erklärungen, die mit der römischen Mystik keinesfalls mithalten können. Die besagt nämlich, dass Saturn, der Gott des Friedens, die Geduld mit dem ständigen Gezänk der Menschen verlor und deshalb einen Donnerkeil auf die Erde schleuderte, der heißes Wasser aus dem Erdinneren hervorsprudeln ließ. Die in vielen Wellness-Oasen und Kurorten strapazierte Phrase vom "Erlebnis für alle Sinne" trifft hier also tatsächlich zu, denn der an faulige Eier erinnernde Geruch liegt unverwechselbar über der Anlage und leitet auch Ortsunkundige stets verlässlich zu einem der zahlreichen Thermalbecken. Es sei hier erwähnt, dass die Umschreibung "faulige Eier" zwar zutreffend, aber ohne Zweifel viel zu negativ konnotiert ist, schließlich braucht es maximal einen Tag in Saturnia, um diese keineswegs penetrante Blume schätzen zu lernen, verheißt sie doch totale Entspannung.

Das gesamte Jahr über pilgern deshalb Italiener, aber auch internationale Gäste zur Terme nach Saturnia, um sich von diesem Wasser umspülen zu lassen, das Symptome vieler Hautkrankheiten lindert, aber auch bei Arthrose, Knochen- sowie Muskelproblemen schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt. Einige wenige von ihnen bringen dafür auch ein Golfbesteck mit in die Südtoskana, denn seit 2008 wartet auf dem insgesamt 120 Hektar großen Gelände der Terme auch ein 18-Loch-Meisterschaftsplatz auf Gäste, der in Sachen landschaftliche Schönheit den hierzulande viel bekannteren Golfanlagen der nördlichen Toskana oder rund um den Gardasee in nichts nachsteht. Da Terme di Saturnia vor allem ein Spa und erst an vierter oder fünfter Stelle ein Golf-Resort ist, können die Tage der Saison, an denen Startzeiten nötig sind, an einer Hand abgezählt werden. Auf dem Golfplatz geht es in Sachen Verkehr also mindestens so entspannt zu wie in den Thermalbecken auf der anderen Seite des Zauns. Für das Wohlbefinden in Sachen Score ist - wie überall sonst auch - natürlich jeder Golfer selbst verantwortlich.

Die angenehmsten Orte der Welt:

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AUF DEM GOLFPLATZ GEHT ES IN SACHEN VERKEHR ALSO MINDESTENS SO ENTSPANNT ZU WIE IN DEN THERMALBECKEN.
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Procolo Sabbatino, Golfdirektor und zugleich gute Seele des Terme di Saturnia Golf Club, gibt jedem Neuankömmling den Rat, vor der Golfrunde morgens zehn Minuten ins warme Wasser zu steigen "Du wirst garantiert besser Golf spielen. Bleibe aber auf keinen Fall länger als zehn Minuten im Wasser, denn sonst entspannst du dich zu sehr und der Golfschwung ist für die kommenden Stunden nicht mehr zu gebrauchen."

Das Thermalwasser der heißen Quelle spielt nicht nur deshalb auch auf dem Golfplatz eine Rolle, fließt es doch vom ehemaligen Vulkankrater im direkt am 1919 gegründeten Hotel entlang am Golfplatz, wo es nicht nur die zahlreichen Wasserhindernisse füllt, sondern auch zur Bewässerung der 18 Spielbahnen genutzt wird. Diese nachhaltige Art, den geozertifizierten Golfplatz mit Wasser zu versorgen und zu pflegen, hat Vor- und Nachteile. Neben einem reinen ökologischen Gewissen und den äußerst hübsch anzuschauenden Wildblumenflächen zwischen den Fairways darf man von solch einer Anlage allerdings auch keine perfekt manikürten Grüns und einen über jeden Zweifel erhabenen Pflegezustand wie in anderen Fünfsterne-Resorts la Gleneagles oder Terre Blanche erwarten. Solch ein Vergleich wäre jedoch eine grobe Unsportlichkeit, schließlich handelt es sich dabei um reinrassige Golf-Resorts, die zwar exzellente Plätze, aber sicher keine jahrtausendealten Thermalquellen zu bieten haben, die es dem einzigen Golfer der Familie ganz einfach machen, den Anhang, wenn es sein muss, tagelang in Schwimmbecken und bei Spa-Behandlungen bei Laune zu halten, während dieser selbst dem Lieblingshobby auf einem traumhaft leeren Golfplatz frönt.

Die angenehmsten Orte der Welt: Vielschichtig: Wasserhindernisse auf Italienisch / Keine Hektik: Rushhour in PitiglianoDie angenehmsten Orte der Welt: Vielschichtig: Wasserhindernisse auf Italienisch / Keine Hektik: Rushhour in Pitigliano
Vielschichtig: Wasserhindernisse auf Italienisch / Keine Hektik: Rushhour in Pitigliano
Eine weitere lokale Eigenheit der Toskana, die sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf das Golfspiel haben kann, sind die zahlreichen Wildschweine der Gegend. Greenkeeper hassen diese Biester, hinterlassen sie doch auf ihren nächtlichen Streifzügen über die Anlage schwierig zu reparierende Spuren. Die Köche in Saturnia zaubern aus dem Schwarzwild allerdings eine Pasta al rag di cinghiale, die schlicht zum Niederknien ist und jedes in Mitleidenschaft gezogene Vorgrün umgehend vergessen lässt.

Wer nach erfolgreicher Runde in Saturnia seinen Ball aus dem 18. Loch fischt, steht vor einer schwierigen Entscheidung, schließlich sind es vom letzten Grün des Platzes keine 800 Meter bis zum Hotelrestaurant, wo besagte Pasta mit Wildschweinragout wartet, keine zehn Gehminuten in die andere Richtung locken allerdings direkt außerhalb der Resort-Mauern die sagenhaft schönen Cascate del Mulino. Das Thermalwasser, das auf dem Resort-Gelände aus über 200 Metern Tiefe das Tageslicht erblickt, dort die Gäste entspannt und kurze Zeit später an den Fairways des Golfplatzes vorbeifließt, hat abseits einer schnöden Landstraße zahlreiche Sinterbecken in Treppenform geschaffen, die wie das Meisterwerk eines italienischen Landschaftsarchitekten wirken und doch vollkommen natürlich entstanden sind. Hier badeten bereits römische Feldherren und Päpste und vergaßen all ihre weltlichen und geistlichen Probleme. Ganz sicher schafft es dieser magische Ort also auch, das kurz zuvor im Stechen gegen den besten Kumpel verlorene Match Play zu verdrängen.

 
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TERME DI SATURNIA SPA & GOLF RESORT
Berührungsängste mit einem Fünfsterne-Luxushotel braucht hier niemand zu haben, denn im angenehm unaufdringlich gestalteten Marmorpalast gilt der Dresscode "Bademantel und Puschen", schließlich kommt man hierher, um zu relaxen. 124 geschmackvoll eingerichtete Zimmer und Suiten stehen den Gästen zur Verfügung, die italienische Küche im schicken Restaurant "1919" und in der gutbürgerlichen "Trattoria La Stellata" sind selbstverständlich über jeden Zweifel erhaben, doch die Gründe, warum Gäste hierher pilgern, sind selbstverständlich die heißen Quellen und die daraus gespeisten, schier endlosen Spa-Anlagen dieses Wellness-Tempels.
www.termedisaturnia.it

Golfplätze in der Region

TERME DI SATURNIA GOLF CLUB

TERME DI SATURNIA GOLF CLUB

18 Löcher, Par 72, 6.316 Meter

Adresse
Loc. Follonata,
58014 Saturnia, Italien
Tel. +39 0564.600844
www.termedisaturnia.it

Greenfee
80 Euro (Mo.- Fr.),
100 Euro (Sa. & So.),
64 bzw. 80 Euro (Hotelgäste)

Wenn ein renommierter Platzarchitekt wie Ronald Fream 75 Hektar feinstes Land in den sanften Hügel der Südtoskana als weiße Leinwand ausgehändigt bekommt, dürfen die Erwartungen berechtigterweise hoch sein. In Sachen Landschaft, Layout und Abwechslungsreichtum überzeugen die 18 Löcher von Saturnia absolut. Vor allem die toughen Schlussbahnen 15 bis 17 sind absolute Spitzenklasse und die überschaubare 18 gesteht selbst zweistelligen Handicaps hin und wieder eine Birdie-Chance zu. Lediglich in Sachen Pflegezustand der Bunker gibt es auf dieser Meisterschaftswiese etwas auszusetzen.

Killerloch
Single-Handicapper, aber auch Gelegenheitsgolfer werden auf Loch 10 gleichermaßen vor eine knifflige Aufgabe gestellt, denn auf dem 389 Meter langen Par 4 gilt es nicht nur, eine empfindlich enge Drive-Landezone zu treffen, sondern auch von dort aus mindestens 130 Meter über Wasser und Buschwerk ein recht winziges Grün zu treffen.

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