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BMW International Open

The Rookie

Von Rüdiger Meyer, Fotos: Rüdiger Meyer, BMW Golfsport

Bei der BMW International Open sorgte der Südafrikaner Michael Hollick für eine Geschichte, die wie ein Hollywood-Film klingt: Als Debütant auf der European Tour feiert der 39-Jährige vor einem begeisterten Münchner Publikum den größten Erfolg einer Karriere, die er vor vier Jahren eigentlich schon aufgegeben hatte.

Michael Hollick kann sich schon mal überlegen, wer ihn in einem Biopic spielen soll, schließlich erinnert die Geschichte des Südafrikaners an die des Baseballers Jim Morris, der 2002 von Dennis Quaid als "The Rookie" auf der Leinwand verewigt wurde. Morris gab 1988 seine Profi-Karriere auf und wurde Highschool-Lehrer. Nach einer Wette mit Schülern absolvierte er als 35-Jähriger noch einmal ein Probetraining und schaffte es in die Major League. Hollick erging es ähnlich. Seine 2012 auf der Sunshine Tour gestartete Golf-Karriere war nicht mehr als ein teures Hobby. 2022 zog er die Reißleine, wurde Golflehrer im Mount Edgecombe Country Club Estate und spielte nur noch sporadisch. Doch der golferische Vorruhestand wirkte wie eine Befreiung. 2024 kamen erste positive Ergebnisse, 2025 sicherte er sich als Siebter der Order of Merit eine eingeschränkte Karte für die DP World Tour. Dass er überhaupt bei der BMW International Open startete, ist einer mutigen Entscheidung zu verdanken. Zu Beginn der Saison wagte er erstmals in seinem Leben den zeit- und kostenintensiven Trip nach Down Under, wo er als Vierter bei der Australian Open ein erstklassiges Feld um Rory McIlroy, Min Woo Lee, Adam Scott und Joaquín Niemann hinter sich ließ. Der Erfolg brachte Hollick nicht nur die Qualifikation für die Open Championship, er eröffnete ihm auch deutlich mehr Spielmöglichkeiten. Nach zwei weiteren Top-Ten-Resultaten kam der zweifache Vater als 75. im Race to Dubai nach Eichenried - und erlebte die Woche seines Lebens.

BMW International Open: Scoreboard-Mobbing: Das L steht für Loser (l.)BMW International Open: Scoreboard-Mobbing: Das L steht für Loser (l.)
Scoreboard-Mobbing: Das L steht für Loser (l.)

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VOR VIER JAHREN HABE ICH DIE SCHLÄGER QUASI AN DEN NAGEL GEHÄNGT UND MIT COACHING BEGONNEN.
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Das gilt auch für das seit 1989 ausgetragene Traditionsturnier, das über die gesamte Turnierwoche 58.000 Zuschauer anlockte. Dabei sah es beim traditionellen Pro-Am am Mittwoch gar nicht danach aus. Aufgrund der schlechten Witterung musste das Event auf neun Löcher verkürzt werden, was die Stimmung im prominenten Teilnehmerfeld um Sportstars aus Fußball (Philipp Lahm, Oliver Bierhoff), Eishockey (Moritz Seider, Tim Stützle) und Basketball (Andreas Obst, Johannes Voigtmann) nur kurzzeitig trüben konnte. Doch pünktlich zum Start des Events am Donnerstag schien für die Stars der DP World Tour die Sonne - und für keine Nation so intensiv wie für die Südafrikaner. Angeführt von Jayden Schaper, dem Überraschungsspieler der Saison, setzten sie sich gleich im Dreierpack an die Spitze.

BMW International Open:
Dagegen starteten ausgerechnet die deutschen Spieler mit stotterndem Motor ins Turnier. Doch am Freitag erinnerten sie sich daran, dass das Turnier von BMW gesponsert wird, und schalteten einen Gang höher. Insbesondere Matti Schmid, der nach der kurzfristigen Absage von Stephan Jäger der unumstrittene deutsche Spitzenspieler war, wurde seiner Rolle gerecht und spielte sich mit einer 67 in die Top Ten. Einen anderen Namen hatten dagegen die wenigsten auf dem Zettel. Amateur Finn Kölle, der im dritten Jahr an der University of Washington studiert, erwischte einen Sahnetag. Mit einer Bogey-freien 67 katapultierte sich der 21-Jährige auf Platz 19 und protokollierte seine unglaubliche Woche für seine Huskies-Teamkollegen auf Instagram.

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Noch besser versteht das Spiel mit Social Media Brad Dalke. Der zuvor auf Mini-Touren gescheiterte Amerikaner ist seit 2023 auf YouTube unterwegs, war bis kurz vor der BMW International Open im Team von Good Good Golf und sollte so das Turnier einem jüngeren Publikum nahebringen. Dass er zur Halbzeit in den Top Five liegt, war für die PR des Turniers ebenso ein Glücksfall wie das exzellente Rahmenprogramm, das Hauptsponsor BMW auf die Beine gestellt hat. Das Highlight bildete dabei wie immer das Launch-Control-Event am Samstagabend. Angeführt von Martin Borgmeier und dem aktuellen Weltbesten Zack Holton lieferten zwei Teams vor einer prall gefüllten Haupttribüne eine atemberaubende Long-Drive-Show.

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