Jackson Koivun Das goldene Kind
27.07.2026 | Von Rüdiger Meyer, Foto(s): Auburn UniversityMit seinem Sieg bei der 3M Open hat Jackson Koivun bewiesen, dass er das größte Golftalent seit Rory McIlroy ist. Schließlich hat er zuvor eine der beeindruckendsten und höchstdekorierten College-Karrieren aller Zeiten beendet - obwohl er das Studium vorzeitig abgebrochen hat.
Für Friedrich Merz müsste Jackson Koivun der Erzfeind sein. Schließlich erklärte Merz 2023 als Teil seines Angriffs auf die Grünen "20-jährige Studienabbrecher" zu "Hauptgegnern". Doch im Fall von Jackson Koivun hätte selbst der Bundeskanzler eine Ausnahme gemacht, schließlich hätten die meisten die University of Auburn bereits früher verlassen, wären sie mit Koivuns Fähigkeiten gesegnet.
Weil bei dem sportlichen Multitalent ein erwarteter Wachstumsschub ausblieb, wählte er im Alter von 13 Jahren Golf als seinen Sport. Schnell erwies er sich als Überflieger und galt als größtes Highschool-Talent des Landes, entschied sich aber mit der Auburn University für keines der Golf-Spitzenprogramme. Doch Koivuns Ankunft verwandelte das Team: Bereits im ersten Jahr legte der Junge einen Raketenstart hin, gewann mit dem Hogan-, dem Haskin- und dem Nicklaus-Award die drei wichtigsten Auszeichnungen als bester College-Spieler und führte die Auburn Tigers zur ersten nationalen Meisterschaft ihrer Geschichte. Dass er dabei den Einzeltitel verpasste, lag an einem unglücklichen Zufall. Koivun hätte am letzten Loch ein Birdie gebraucht und machte einen perfekten Annäherungsschlag ins Grün, der jedoch die Fahne traf und in den Bunker sprang.
Wenn man schaut, in welcher Gesellschaft er sich mit seinen College-Erfolgen befindet, wäre es überraschend, sollte Koivun nicht auch schnell die Top 50 der Welt knacken. Der Einzige mit einer besseren College-Bilanz ist Phil Mickelson, der drei NCAA-Einzeltitel und zwei College-Trophäen dreimal holte. Jon Rahm und Ludvig Åberg holten zwar je zwei Hogan Awards, trugen ihre Teams aber nicht zum Collegetitel, und gegen den Auburn Tiger stinkt selbst der Woods Tiger ab, dem in zwei Jahren Stanford nur ein perfektes Jahr gelang. Aktuell ist Koivund die Nummer 73 der Welt - aber auch nur, weil er erst elf Turniere gespielt hat, seine erspielten Punkte aber dennoch durch 40 geteilt werden. Rein nach dem Durchschnitt stünde er dagegen bereits auf Platz 5 hinter Scottie Scheffler, Rory McIlroy, Cameron Young und Matt Fitzpatrick.












