Featured StoriesFeatured Stories

TaylorMade TP5 und TP5x

Wieso fliegen Bälle immer weiter?

Von Fritz Lüders, Fotos: TaylorMade Golf

Im Februar kommen die brandneuen TaylorMade TP5 und TP5x Golfbälle auf den Markt. Wir fragten Entwickler Todd Beach, wieso diese erneut weiter fliegen als die Vorgängermodelle.

Ob Dustin Johnson, Rory McIlroy, Jason Day oder Jon Rahm: Die Liste an Weltstars, die zum TP5 oder TP5x greifen, ist lang. Schließlich hat sich die fünflagige Kugel besonders 2017, als drei Ranglisten-Bestplatzierte plus Masters-Sieger Sergio Garcia den Ball spielten, zu einer echten Berühmtheit gemausert.

Dieses Jahr soll das Produkt noch einmal besser werden: Die 2019er TaylorMade TP5- und TP5x-Bälle fliegen laut der Hersteller weiter, haben mehr Kontrolle im Kurzspiel und ingesamt mehr Ballspeed.

Speed und Spin sind eigentlich eine Entweder-oder-Frage. Mit dem neuen High-Flex Material (HFM) will TaylorMade jedoch beide Eigenschaften optimal vereinen. Ein extrem weicher Kern (für Spin) wird von sehr festen Lagen (für Speed) umhüllt, die progressiv nach außen härter werden.

Laut TaylorMade soll Jon Rahm mit den neuen Kugeln seinen Ballspeed um neun Meilen pro Stunde gesteigert haben. Doch wie können Golfbälle eigentlich alle zwei Jahre besser und noch besser werden? Und woher weiß man, ob der TP5 oder TP5x besser zu einem passt? Das fragten wir Chefentwickler Todd Beach.


GolfPunk: Wenn neue Produkte rauskommen, wird häufig der Name geändert. Bei den Drivern wurde aus dem M1 der M3 und jetzt der M5. Wieso heißen Ballserien hingegen immer gleich?
Todd Beach: Bei Bällen sind Veränderungen nicht sichtbar. Sie sind alle rund und weiß. Man kann also auf den ersten Blick gar nicht sehen, dass der Ball ein anderer ist als das Vorgängermodell. Würden wir jedes Mal den Namen ändern, wüsste bald niemand mehr, welcher Ball nun welche Eigenschaften hat.

TaylorMade TP5 und TP5x: TaylorMade TP5
TaylorMade TP5

»
SOLCHE BEHAUPTUNGEN NENNEN WIR 'BALLSHIT'
«

Ein Golfball muss sowohl für Driver als auch Eisen und Wedges gleich gut funktionieren. Wie sähe ein Ball aus, der nur für Driver oder nur für Eisen designt wäre?
Man kann drei- oder vierlagige Bälle auf einzelne Schläger optimieren. Hätte der Kern zum Beispiel extrem niedrige Kompression, würde weniger Spin und mehr Länge generiert werden. Allerdings wäre ein solcher Ball vom Feeling her schlechter und man könnte die Flugkurve nicht gut beeinflussen. Man kann einen Ball nur für alle Schläger gleich gut designen, wenn er aus fünf Lagen besteht.

Warum ist das so?
Fünf Lagen ermöglichen die Kombination aus weichem Kern für Spin und dünnen, nach außen hin fester werdenden Schalen für Speed.

Trotzdem wäre auch ein fünflagiger Ball ein Kompromiss. Auf welchen Schlag passen die Ingenieure den Ball am stärksten an?
Da hat jeder Hersteller seine eigene Philosophie. Manche gehen auf die maximale Distanz mit dem Driver, was dann jedoch ein wenig zu Lasten der Kontrolle rund ums Grün geht. Für Amateure ist das von Nachteil. Zahlen beweisen, dass Amateure im Normalfall ihren dritten Ball auf einem Par 4 noch chippen müssen. Sie brauchen also einen Ball, der sich gut kontrollieren lässt.

Woher weiß man, ob der TP5 oder der TP5x besser zu einem passt?
Spieler mit hoher Schlägerkopfgeschwindigkeit, die ihre Abschläge weiter als 250 Yards schlagen, tendieren eher zum TP5x, die anderen zum TP5. Allerdings ist das nur ein Indiz und keine Regel. Schließlich haben wir einige Tourspieler, die lieber zum TP5 greifen. Ich empfehle jedem, beide Bälle auszuprobieren und sich erst dann festzulegen.

TaylorMade TP5 und TP5x: TaylorMade TP5x
TaylorMade TP5x
Laut TaylorMade sind die neuen Bälle bei Eisenschlägen erneut ein paar Yards länger als die Vorjahresmodelle. Manche Leser witzeln nach solchen Meldungen, dass Bälle in wenigen Jahren über 600 Yards fliegen
Solche Behauptungen der Marken nennen wir "Ballshit". Denn fast alle Hersteller behaupten, länger als alle anderen zu sein. Das ist natürlich unlogisch und verunsichert Käufer. Ich versichere jedem, der mit dem gleichen Schläger verschiedene Bälle testet, dass er mit dem TP5 oder TP5x sofort einen Unterschied merkt. Wir sagen auch nicht, dass der 2019er-Ball mit dem gleichen Eisen deutlich weiter fliegt als das Vorjahresmodell. Verbessert hat sich dieses Jahr der Ballspeed bei Drives, die Kontrolle bei Schlägen ums Grün und das Finish.

Stimmt es, dass die Farbe des Balls die Entscheidung der Käufer beeinflusst?
Richtig! Viele verbinden mit warmen, weichen Farben auch ein weiches Gefühl des Balles. Mit Gelb zum Beispiel. Wir hatten lange dieses sehr grelle Weiß und haben das nun etwas zu einem Grauweiß geändert. Obwohl das technisch keine Auswirkungen hat, ist das eine signifikante Veränderung.


Beide Bälle kommen am 15. Februar 2019 auf den Markt. Ein Dutzend kostet 58 Euro.

Weitere Infos unter: TaylorMadeGolf.eu

Featured Stories